Tag 11
Kultursensible Lernbegleitung – Integration professionell gestalten
Integration passiert nicht von allein.
Sie wird geführt. Oder sie scheitert.

Internationale Pflegefachpersonen (IENs), Deutschlernende, unterschiedliche religiöse Prägungen, verschiedene Berufsverständnisse – all das ist längst Alltag in unseren Einrichtungen.
Doch zwischen „Willkommenskultur“ und „Parallelrealität“ liegt Führung.
Tag 11 stellt nicht die Frage, ob kulturelle Unterschiede existieren –
sondern wie Sie professionell damit umgehen.
8 Unterrichtseinheiten | 9 Haupt- und 22 Unterkapitel

Besonderheit dieses Fortbildungstages
  • Klartext-Impulse von Ahmad Mansour
  • Pflegepädagogische Perspektiven von Elisabeth Bauermann
  • Workshopimpulse von zentraler Praxisanleiterin Edeltraud Roth
  • Perspektivwechsel durch Registered Nurse Sabine Torgler (England)
  • Einblick in Revalidierungsprozesse und Professionalisierung im Ausland
Dieser Tag verbindet Pflegepädagogik, Integrationspraxis und gesellschaftliche Realität.

Ausgangslage klären – bevor wir handeln
Kultursensibilität bedeutet nicht Beliebigkeit.
Sie bedeutet:
  • eigene Prägungen reflektieren
  • klare Regeln formulieren
  • Menschen würdevoll und gleichzeitig konsequent begleiten
Sie lernen, zwischen echter Kultursensibilität und problematischer Kulturalisierung zu unterscheiden.

Was Sie nach Tag 11 konkret können
Nach erfolgreicher Teilnahme können Sie:
1️⃣ Kulturelle Dynamiken professionell einordnen
  • Unterschiede zwischen kollektivistischen und individualistischen Prägungen analysieren
  • Machtdistanz, Patriarchat und Hierarchieverständnis reflektieren
  • Ambiguitäts- und Frustrationstoleranz bewusst stärken
2️⃣ Transkategorial kompetent handeln
  • das Konzept der transkategorialen Kompetenz (Domenig) anwenden
  • eigene Vorannahmen systematisch hinterfragen
  • individuelle Lebenswelten differenziert einordnen
  • Gesprächsinhalte kultursensibel vorbereiten
3️⃣ Konflikte klar und rechtssicher begleiten
  • diskriminierende Situationen professionell adressieren
  • gesetzliche Grundlagen (GG, AGG, Aufenthaltsrecht) berücksichtigen
  • Fehlverhalten differenziert einordnen
  • arbeitsrechtliche Konsequenzen transparent kommunizieren
4️⃣ Onboarding internationaler Mitarbeitender strukturieren
  • Preboarding und Integrationsphasen systematisch planen
  • Erwartungshaltungen klären
  • psychologische Phasen des Ankommens berücksichtigen
5️⃣ Unterschiedliche Pflegeverständnisse reflektieren
  • „Clash of Care Cultures“ analysieren
  • Unterschiede in Berufsidentität und Hierarchieverständnis erkennen
  • gemeinsame Standards entwickeln
6️⃣ Rassismus und Diskriminierung professionell begegnen
  • rechtliche Handlungsmöglichkeiten kennen
  • betroffene Mitarbeitende stärken
  • präventive Maßnahmen im Team etablieren

Für wen ist dieser Tag besonders relevant?
  • Praxisanleitende mit internationalen Lernenden
  • Führungskräfte in multikulturellen Teams
  • Träger mit aktiver IEN-Rekrutierung
  • Ausbildungsverantwortliche
  • Einrichtungen mit Integrationsauftrag

Ihr Nutzen als Einzelperson
Sie gewinnen:
  • mehr Sicherheit im Umgang mit kulturellen Spannungsfeldern
  • klare Gesprächsstrategien
  • Mut zu professioneller Klarheit
  • weniger Verunsicherung im Umgang mit religiösen oder gesellschaftlichen Themen
  • Stärkung Ihrer eigenen professionellen Haltung

Ihr Nutzen als Einrichtung
  • reduzierte Integrationsabbrüche
  • weniger Eskalationen im Team
  • klarere Onboarding-Prozesse
  • rechtssichere Orientierung
  • höhere Mitarbeitendenbindung
  • stabilere Teamkultur

Ein realistischer Satz
Kultursensibilität bedeutet nicht, alles zu akzeptieren.
Sie bedeutet, Unterschiede zu verstehen – und trotzdem professionell zu führen.

Rechtlicher Bezug
Die Inhalte dieses Fortbildungstages entsprechen den berufspädagogischen Anforderungen der Pflichtfortbildung für Praxisanleitende gemäß Pflegeberufegesetz und Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat über 8 Unterrichtseinheiten.
Die Fortbildung ist bei der Registrierung beruflich Pflegender (RbP, Anerkennungsnummer 20200606) registriert und wird mit 8 Fortbildungspunkten bewertet.
Für Teilnehmende aus Österreich werden 16 ÖGKV PFP® (Pflegefortbildungspunkte) gemäß GuKG angerechnet.

Am Ende dieses Tages steht keine politische Position.
Sondern eine professionelle.
Sie führen.
Mit Haltung.
Mit Klarheit.
Mit Respekt.


Course plan

Quellennachweis
Bonus
Kapitel 01
Kapitel 02
Kapitel 03
Kapitel 04
Kapitel 05
Kapitel 06
Kapitel 07
Kapitel 08
Kapitel 09
Überleitung zu Tag 12