Modul C – „3 Tage Intensiv E-Learning zur Praxisanleitung"

Beurteilen, Emotionsarbeit und herausfordernde Menschen erreichen

Enthält Tag 7, Tag 8 und Tag 9 · 3 × 8 Unterrichtseinheiten · zertifiziert nach PflBG/PflAPrV · 296,31 € statt 492,66 €


Worum es in diesem Modul geht

Die Grundlagen der Praxisanleitung sitzen – jetzt wird es anspruchsvoll. Modul C widmet sich den drei schwierigsten zwischenmenschlichen Situationen, in die Praxisanleitende und Führungskräfte geraten: jemanden fair bewerten und schlechte Nachrichten überbringen (Tag 7), mit den eigenen und fremden Emotionen professionell umgehen, ohne auszubrennen (Tag 8), und Menschen erreichen, die sich der Anleitung verweigern (Tag 9).
Das verbindende Thema: Genau an diesen Stellen entscheidet sich, ob Anleitung wirkt oder scheitert – und genau hier haben die meisten Praxisanleitenden am wenigsten gelernt. Modul C schließt diese Lücke. Es baut idealerweise auf den Modulen A und B auf und erweitert das Handlungsrepertoire um die heiklen Situationen, die rationale Argumente allein nicht lösen.


Tag 7 – Beurteilen. Aber richtig.

Beurteilen ist keine Nebentätigkeit. Es ist ein Eingriff in Biografien.
Ein einziges Gespräch über „bestanden" oder „nicht bestanden" kann eine Berufslaufbahn stärken oder beenden. Trotzdem prägen im Alltag uneinheitliche Bögen, Halo-Effekte, Sympathie-Urteile und die „Ich will dem Azubi nichts verbauen"-Mentalität die Praxis. Wie das Fallbeispiel „Die Macht der Prüfung" zeigt – als Teaser über 1,9 Millionen Mal angesehen – berührt das Thema einen Nerv.
Mit Prof. Dr. Sandra Bensch. Tag 7 integriert aktuelle Erkenntnisse aus der Entscheidungsforschung (Kahneman, „Noise"), Attributionstheorie und Motivationspsychologie.
Nach diesem Tag können Sie rechtssicher gemäß PflBG und PflAPrV beurteilen, Beobachtung sauber von Bewertung trennen, typische Beurteilungsfehler erkennen und vermeiden, schlechte Nachrichten nach dem 7-Schritte-Modell überbringen, Lob und Kritik wirksam formulieren und Zeugnisse rechtssicher zwischen Wahrheit und Wohlwollen verfassen.


Tag 8 – Emotionsarbeit & Frustrationstoleranz

Professionell sein heißt nicht, keine Gefühle zu haben – sondern mit ihnen zu arbeiten, ohne von ihnen gesteuert zu werden.
In anderen Dienstleistungsberufen lernt man den Umgang mit schwierigen Kunden. In der Pflege kommen Nähe, Intimität, Ekel, Scham, Machtgefälle und existenzielle Situationen hinzu – da reicht „freundlich bleiben" nicht. Tag 8 zeigt, wie Emotionsarbeit professionell gelingt, ohne sich selbst auszubrennen.
Mit Prof. Dr. Sandra Bensch und Dr. Cornelia Schmedes. Wissenschaftlich fundiert auf Hochschilds Konzept der Emotionsarbeit, der Stressforschung und Resilienzmodellen.
Nach diesem Tag können Sie Emotionsarbeit von Gefühlsarbeit unterscheiden, Deep und Surface Acting bewusst einsetzen, Lernende bei Ekel, Scham und Unsicherheit begleiten, Emotionsregulation und kognitives Reframing trainieren, Burnout-Frühwarnzeichen erkennen und Frustrationstoleranz sowie Gelassenheit gezielt aufbauen – für sich selbst und für Ihre Lernenden.


Tag 9 – Menschen mit Abwehrhaltung begeistern

Wenn rationale Argumente nicht mehr greifen, braucht es andere Wege.
„Keinen Bock", innere Kündigung, Verweigerung, Überforderung – wie erreicht man Auszubildende und internationale Pflegefachpersonen, die sich der Anleitung entziehen? Tag 9 führt in die lösungsorientierte Beratung ein und erklärt erstmals für das Setting Personalführung und Lernbegleitung die Impact-Strategien: Botschaften werden nicht erklärt, sondern erfahrbar gemacht.
Mit Prof. Dr. Sandra Bensch und Diplom-Psychologe Ahmad Mansour. An konkreten Fällen aus dem Alltag (von Zuspätkommen über Selbstüberschätzung bis zu heiklen Themen wie Körpergeruch).
Nach diesem Tag können Sie die Gründe einer Abwehrhaltung diagnostizieren, Coaching- und Beratungstechniken wie den „Lösungs3er" und die Wunderfrage einsetzen, Impact-Strategien in Anleitung und Führung integrieren, Konfliktstufen erkennen und passend klären sowie rechtssicher dokumentieren.


Ihr Nutzen als Einzelperson

Sie gewinnen Sicherheit und Mut für die unangenehmen Gespräche – faire Beurteilungen, ehrliches Feedback, schwierige Nachrichten. Sie lernen, Ihre eigenen Emotionen zu regulieren und gesund zu bleiben. Und Sie erweitern Ihr Repertoire um wirksame Strategien für Menschen, die Sie mit klassischen Mitteln nicht mehr erreichen.

Ihr Nutzen als Einrichtung

Eine faire, nachvollziehbare Beurteilungskultur senkt Haftungsrisiken und Konflikte zwischen Schule und Praxis. Emotionskompetenz reduziert Burnout-Risiken, Ausbildungsabbrüche und Konfliktkosten und baut resiliente Teams. Und der professionelle Umgang mit „herausfordernden" Mitarbeitenden hält Menschen im Beruf, die sonst verloren gingen – ein direkter Beitrag zur Mitarbeitendenbindung.

Für wen Modul C besonders relevant ist

Praxisanleitende, die ihre Rolle vertiefen wollen, Stations- und Teamleitungen, Lehrende und Ausbildungsverantwortliche sowie Einrichtungen, die Beurteilungs-, Feedback- und Konfliktprozesse professionalisieren möchten. Empfohlen werden vorab die Module A und B.


Rechtlicher Bezug

Die Inhalte entsprechen den berufspädagogischen Anforderungen der Pflichtfortbildung für Praxisanleitende gemäß Pflegeberufegesetz und Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Nach erfolgreichem Abschluss jedes Tages erhalten Sie ein Zertifikat über 8 Unterrichtseinheiten. Die Fortbildung ist bei der Registrierung beruflich Pflegender (RbP, Anerkennungsnummer 20200606) registriert und wird je Tag mit 8 Fortbildungspunkten bewertet. Für Teilnehmende aus Österreich werden je Tag 16 ÖGKV PFP® gemäß GuKG angerechnet.


Ein Satz zum Schluss

Anleitung gelingt nicht dort, wo alles glattläuft – sondern dort, wo es schwierig wird: beim Bewerten, beim Fühlen, beim Widerstand. Modul C macht Sie genau für diese Momente handlungsfähig.