ANGST
Die Angst kommt, und du wirst klein. Der Kopf wird eng, das Denken dreht sich im Kreis und der Körper macht dicht. Und weil sich das so schlecht anfühlt, hast du gelernt, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Du lenkst ab, bleibst beschäftig und redest es dir aus.
Das hält die Angst nicht klein, es hält sie in dir fest. Was du vermeidest, kann sich nicht verändern. So einfach ist es. Und so schwer manchmal. Mit der Zeit wird der Radius kleiner, den du dir noch zutraust, weil jede Vermeidung immer der Angst recht gibt. Oft ist es nicht einmal die Sache, vor der du Angst hast. Es ist das, was die Angst mit dir macht.
Du kannst einem Gefühl wie Angst nicht entkommen. Aber du kannst lernen, dich darin zu bewegen.
Genau das übt diese Meditation ein. Du bleibst in der Angst und fängst an, dich zu bewegen, und merkst im eigenen Körper, dass beides gleichzeitig geht. Du bist nicht gelähmt. Über zwanzig Minuten wird aus der Erstarrung Bewegung, und wenn du wieder handlungsfähig bist, hörst du hin, was die Angst dir sagen will. Manchmal warnt sie. Manchmal steht sie vor etwas Grossem, das wachsen will.
Aufnahme, ca. 20 Minuten.
Erklärung & Disclaimer:
Schüttelmeditation ist Arbeit über den Körper, nicht über den Kopf. Durch rhythmisches Schütteln kommt in Bewegung, was im Nervensystem festsitzt: die Aktivierung, die keinen Ausgang gefunden hat, die Erstarrung, die nie gelöst wurde, die Ladung, die im Gewebe geblieben ist. Der Körper darf zu Ende bringen, was er in der Situation selbst nicht konnte. Jede dieser Meditationen führt dich durch ein bestimmtes Gefühl, und jede endet an einem anderen Ort als sie beginnt.
Die Aufnahmen dauern jeweils etwa zwanzig Minuten. Du brauchst nur einen Raum, in dem du ungestört bist, und Kopfhörer.
Ein ehrliches Wort dazu, für wen das gedacht ist. Diese Meditationen arbeiten mit echten Zuständen deines Nervensystems, mit Aktivierung, mit Sicherheit & Rückzug. Sie sind für Menschen, die grundsätzlich stabil durch ihren Alltag gehen und ihren Gefühlen näherkommen wollen. Wenn du gerade in einer akuten Krise steckst, unter einer unbehandelten Traumafolgestörung leidest oder dich innerlich ohne festen Boden fühlst, ist Schüttelarbeit zum Alleinhören nicht der richtige Einstieg. Such dir dann eine Begleitung, die neben dir sitzt. Diese Aufnahmen ersetzen keine Therapie.