Das Glaubern
Das Glaubern
 

💧 Warum ist „Glaubern“ so wichtig beim Fasten?
Das Abführen mit Glaubersalz sorgt für die gründliche Entleerung des Darms.
Das hat gleich mehrere Vorteile:
Der Körper kann leichter von äußerer auf innere Ernährung (Fastenstoffwechsel) umstellen.
Der Einstieg ins Fasten gelingt ohne starkes Hungergefühl.
Ein leerer Darm fördert das Wohlbefinden und erleichtert den Beginn der Fastentage.


⚙️ Wie wirken Abführsalze?
Durch die Einnahme von Abführsalz steigt die Salzkonzentration im Darm stark an.
Der Körper versucht, dieses Ungleichgewicht auszugleichen. Da die Salzmoleküle zu groß sind, um ins Blut überzutreten, wird Wasser in den Darm gezogen.
Das Ergebnis: Der Darminhalt bleibt flüssig und wird schneller ausgeschieden.
Das in Wasser aufgelöste Glaubersalz wirkt daher wie ein starker Spülgang für den Dünn- und Dickdarm, die Folge ist ein durchfallartiger Stuhlgang.


👉 Das gebräuchlichste Abführmittel in der Fastenkur ist das Glaubersalz, deshalb spricht man beim Fasten oft schlicht vom „Glaubern“.


📖 Ein Blick in die Geschichte
Glaubersalz (Natriumsulfat) ist ein mineralisches, bitter schmeckendes Abführmittel.
Es wurde im 17. Jahrhundert von dem Apotheker und Chemiker Johann Rudolph Glauber (1604–1670) entdeckt.
Glauber war ein bedeutender Forscher, der Chemie, Pharmazie und sogar Metallurgie prägte.
Einer Legende nach wollte er eigentlich Gold herstellen und entdeckte dabei das Salz, das später nach ihm benannt wurde.
Trotz seiner Entdeckung starb er 1670 verarmt in Amsterdam, sein Name jedoch lebt bis heute fort.

Die Durchführung
🧂 Durchführung des Glauberns
Schritt-für-Schritt Anleitung


1. Menge bestimmen
  • Faustregel: 0,5 g Glaubersalz pro Kilogramm Körpergewicht
  • Beispiel: 80 kg Körpergewicht = ca. 40 g Glaubersalz (3 Esslöffel)

2. Zubereitung
  • 30–40 g Glaubersalz in etwas heißem Wasser auflösen
  • Mit lauwarmem Wasser bis auf ca. ¾ Liter auffüllen
  • Für besseren Geschmack: etwas frisch gepressten Zitronen- oder Orangensaft dazugeben

3. Einnahme
  • Lösung innerhalb von 20 Minuten trinken
  • Zur Geschmacksabwechslung:
  • starken Pfefferminztee dazu trinken
  • Zitronenspalten lutschen

4. Wichtig danach
  • Am Glaubertag viel trinken (wegen Flüssigkeitsverlust)
  • Am Abend eine klare Gemüsebouillon genießen – sie füllt Mineralstoffe wieder auf
Wirkung
Die Wirkung setzt individuell nach 1–3 Stunden ein (manchmal schneller oder langsamer).
Plane ausreichend Zeit dafür ein und starte nicht zu spät am Tag.
Einnahme über Nacht ist nicht empfehlenswert, da sie den Schlaf stört.


👉 Durch die gründliche Entleerung gelingt die Umstellung auf Fastenstoffwechsel leichter und ohne Hungergefühl.


Alternativen zum Glaubersalz
  • Bittersalz (Magnesiumsulfat):
  • wirkt im Dickdarm, daher weniger umfassend
  • nicht ganz so effektiv wie Glaubersalz
  • F. X. Passage Pulver:
  • basiert auf Bittersalz, schmeckt angenehmer (zitronig, wie Brausetablette)
  • enthält jedoch Zusatzstoffe (Zitronensäure, Aromen, Süßstoff) – deshalb weniger empfehlenswert
  • Andere Methoden (z. B. Sennes, Rizinusöl, Sauerkrautsaft, Pflaumensaft, Kassia Fistula, Share-Pflaume):
    meist zu schwach für eine vollständige Darmentleerung

Persönliche Erfahrung
Nach jahrelanger Erfahrung bleibt für mich Glaubersalz das Mittel der Wahl:
Auch wenn es nicht angenehm schmeckt, ist die Wirkung gründlich, schnell und ohne Krämpfe
Es erleichtert den Einstieg ins Fasten enorm und stellt den Körper optimal um.


👉 Fazit: Glaubersalz ist die effektivste Methode für einen klaren, leichten Start in die Fastenwoche.
Meine persönliche Glaubersalzmischung  

🙋 Meine persönliche Glaubermethode


Über die Jahre habe ich meine eigene Art des Glauberns entwickelt – vielleicht magst du sie ja einmal ausprobieren:
So mache ich es.


1. Mischung vorbereiten
- 25–30 g Glaubersalz in einem großen Glas mit etwas heißem Wasser auflösen.
- Mit kaltem Wasser auffüllen und den Saft einer Grapefruit dazugeben.
- Anschließend das Glas in den Kühlschrank stellen, kalt getrunken ist es viel leichter.


2. Vorbereitung
- Bevor ich das Glaubersalz trinke, nehme ich ein großes Glas Wasser.
- Dann stelle ich mir einen Strohhalm bereit, das erleichtert das Trinken enorm.
- Einnahme
- Im Stehen trinken – das geht am besten.
- Danach sofort ein weiteres großes Glas Wasser oder Tee trinken (ganz nach Geschmack).
Wichtig: viel trinken, damit dein Körper genug Flüssigkeit hat!


Hinweis für empfindliche Magen
Wer empfindlich reagiert, kann das Salz in ca. 750 ml Flüssigkeit auflösen, das macht es milder.

3. Nach der Einnahme
- In Bewegung bleiben, Spazieren, auf und ab gehen oder leichte Gymnastik. Das regt die Darmtätigkeit zusätzlich an.
- Die Wirkung setzt meist nach 5–30 Minuten ein (abhängig von deiner Konstitution).
- Bleib in der Nähe der Toilette und trink weiterhin viel Flüssigkeit, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.


👉 Rechne damit, dass du ungefähr gleich viel Wasser wieder ausscheidest, wie du aufnimmst.
🍋 Mein Tipp: Grapefruitsaft und Strohhalm machen das Ganze um einiges angenehmer, probier es einfach mal aus!


Vorsicht mit dem Glaubern
Nicht jeder sollte Glaubersalz anwenden.

In folgenden Fällen ist vom Glaubern abzuraten:
- bei eingeschränkter Nierenfunktion
- bei Darmverschluss
- bei ungeklärten Bauchschmerzen
- in der Schwangerschaft oder Stillzeit
- bei Migräne (da Glaubern hier Beschwerden verstärken kann)


👉 In diesen Fällen sind sanftere Alternativen sinnvoll, z. B. Bittersalz oder Sauerkrautsaft.
Bestimmung der individuellen Glaubersalz-Menge

📏 Die richtige Menge Glaubersalz

Die individuelle Menge für das einmalige Abführen zu Beginn der Fastenzeit liegt zwischen 20 und 40 Gramm.
Üblicherweise wird in 5-Gramm-Schritten dosiert.


Wovon hängt die Menge ab?
Größe, Gewicht & Statur
- klein, leicht, zierlich → weniger
- groß, kräftig, schwer → mehr
Stuhlverhalten
- Neigung zu Durchfall → weniger
- Neigung zu Verstopfung → mehr
Gesundheitsaspekte
bei Bluthochdruck oder Migräneanfälligkeit → lieber weniger


Beispiele zur Orientierung
👩 Frau, 35 Jahre, 55 kg, neigt zu Durchfall:
→ 20–25 g genügen (ohne Migräne gerne bei 25 g bleiben).


👨 Mann, 45 Jahre, 90 kg, normaler Stuhlgang oder Verstopfung:
→ 35–40 g (bei Bluthochdruck besser bei 35 g bleiben).


👉 Durchschnittswert: ca. 30 g


Wichtiger Hinweis
Falls es nicht zu einem „ergiebigen Ergebnis“ kommt: nicht nachdosieren!
Stattdessen lieber am Abend mit einem Einlauf nachhelfen.
Und ganz wichtig: viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.