Traumakurs 2.0
Der Beckenraum
Wenn Pferde sprechen könnten,würden viele vermutlich irgendwann sagen:
„Könnten wir bitte mal über mein Becken reden?“
Denn dort unten passiert mehr,
als man auf den ersten Blick vermutet.
Das Becken ist eine der wichtigsten Schaltzentralen im Körper des Pferdes.
Hier treffen sich Faszien, Nerven, Organe und die großen Muskelketten der Hinterhand. Über das Becken ist der Körper direkt mit der Lendenwirbelsäule, dem Bauchraum und dem Nervensystem verbunden.
Mit anderen Worten:
Wenn im Becken Spannung ist, bleibt das selten ein lokales Thema.
Dann meldet sich vielleicht der Rücken.
Oder die Hinterhand.
Oder die Verdauung.
Oder der Lunge.
Oder das Pferd wirkt einfach… irgendwie nicht ganz in seinem Körper angekommen.
Besonders spannend wird es beim Wallach.
Denn die Geschichte der Hoden beginnt ursprünglich hoch im Bauchraum, nahe der Nieren. Von dort wandern sie während der Entwicklung über Faszien, Gefäße und Nerven durch den Leistenkanal nach außen.
Ein ziemlich komplexer Weg.
Bei der Kastration werden diese Strukturen durchtrennt – und manchmal bleibt im Gewebe eine Narbe zurück, die wie ein kleines Spannungsseil im Fasziennetzwerk wirkt.
Manche Pferde kompensieren das lange still und leise.
Bis der Körper irgendwann sagt: „Du, da unten stimmt irgendwas nicht.“
Und auch bei Stuten ist das Becken ein hochsensibler Raum.
Hier liegen Gebärmutter, Eierstöcke, Blase und Teile des Darms – eingebettet in ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Faszien und Nervensystem.
Der Körper speichert hier viele Erfahrungen: Zyklus, hormonelle Veränderungen, manchmal auch Trächtigkeit oder Geburt.
Kurz gesagt:
Das Becken ist ein Bereich, der viel trägt, hält und ausgleicht.
Und genau deshalb lohnt es sich, dort einmal genauer hinzuhören.
In diesem Kurs tauchen wir gemeinsam in diesen oft übersehenen Bereich ein.
Du lernst, das Becken deines Pferdes besser zu verstehen –
anatomisch, faszial und über das Nervensystem.
Vor allem aber lernst du,
wie du dein Pferd in diesem sensiblen Bereich über achtsame, echte Berührung begleiten kannst.
Denn Berührung ist mehr als nur Anfassen.
Sie ist ein Impuls für das Nervensystem.
Wenn ein Pferd sich sicher fühlt, beginnt der Körper zu regulieren. Spannung darf loslassen.
Raum entsteht.
Bewegung verändert sich.
Manchmal merkt man plötzlich:
Die Hinterhand freier.
Das Pferd atmet tiefer.
Die Lebendigkeit und der Stolz kehren zurück.
Und man selbst denkt sich vielleicht:
„Ach so… das Becken, na klar.“
Course plan
Traumakurs
Was genau passiert anatomisch?
Auswirkungen der Kastration
Kastration- Narbe und Beginn
Beckenarbeit bei Stuten
Warum machen Stuten dicht?
Die Griffe
Griffe Allgemein
Wallach Spezialgriffe
Stute Spezialgriffe
Praxistips
Making it Last