Dozent: Damir del Monte
Emotionen begegnen uns ständig – als innere Regungen, Ausdrucksformen, Steuerimpulse. Und doch bleibt die Frage, was eine Emotion eigentlich ist, erstaunlich schwer zu beantworten. Der Begriff erscheint klar und greifbar, entzieht sich jedoch bei näherem Hinsehen einer einfachen Definition. Dieser Vortrag nähert sich dem Thema aus neurobiologischer Perspektive und beleuchtet zentrale Positionen: Auf der einen Seite des Spektrums steht die Vorstellung der Emotionen als klar definierte, subkortikale „affektive Systeme“ mit spezifischen neuronalen Schaltkreisen und klaren Verhaltensprogrammen. Auf der anderen Seite wird postuliert, dass Emotionen keine festen Entitäten, sondern dynamisch konstruierte Bewertungen sind. Der Vortrag skizziert dieses Spannungsfeld zwischen biologisch fundierter Universalität und kulturell und erfahrungs-geprägter Konstruktivität.