Was das Schreiben bringt
Warum wir Wohlfühlgeschichten schreiben – und warum das wirkt
Motivation und psychologisches Hintergrundwissen für Dich
In dieser Lektion sprechen wir darüber, was das Schreiben von Geschichten eigentlich mit uns macht – innerlich, emotional und sogar körperlich. Du erfährst, warum gerade Wohlfühlgeschichten keine Oberflächlichkeit sind, sondern eine wichtige Form von Selbstfürsorge, Erinnerungspflege und innerer Stärkung.

Wir schauen uns an, weshalb das Schreiben über das Gute nicht „wegschaut“, sondern im Gegenteil: Räume öffnet. Räume, in denen du sanft, über feine Umwege und mit dem Blick auf deinen inneren Halt, auch an Tieferes herankommst. 

Ich werde dir erklären, warum wir im biografischen Schreiben am besten nicht direkt auf das Schwere zugehen, sondern dafür sorgen, dass Freude, Wärme und die kleinen Lichter im Alltag von selbst Türen öffnen, die sonst verschlossen bleiben würden.

Was dich in dieser Lektion erwartet:

💛 Wie unsere Sprache – die helle, liebevolle Sprache – auch dem Dunklen Halt geben kann
💛 Wie Wohlfühlgeschichten dich stärken, ohne etwas zu verdrängen
💛 Warum das Schreiben über das Gute manchmal ein Weg ist, das Ganze deines Lebens neu zu sehen
💛 Einblick in eine Beispielgeschichte aus meiner Schreibpraxis

Diese Lektion ist ein kleines Herzstück des Kurses.
Sie hilft dir zu verstehen, warum wir das alles tun – und warum Worte, die warm sind, oft heilsamer sind als Worte, die wehtun.

Mach es dir gemütlich, und lass uns gemeinsam tiefer in diese Kunst des guten Erinnerns eintauchen.
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Warum Schreiben deiner Seele guttut

In diesem Video bekommst du ein kleines Kraftpaket für den Weg – Proviant für die Seele. Bevor wir zur ersten Geschichte aufbrechen, spreche ich mit dir darüber, warum das Schreiben so kostbar ist: nicht nur als kreative Tätigkeit, sondern als wohltuender Spaziergang durch deine innere Landschaft.

Du erfährst, wie Schreiben dich entschleunigt, deinen Blick öffnet und dir hilft, neue – oder lange übersehene – Erinnerungen wiederzuentdecken. Wir sprechen darüber, wie Schreiben deine Stimmung hebt, Ordnung schafft, dein Gehirn aktiviert und dir ein Gefühl von Zusammenhang und Selbstwirksamkeit zurückgibt.
Und du wirst sehen: Du schreibst nicht nur „Geschichten“ – du findest zu einer Stimme, die zählt.

📌 Was dich in diesem Video erwartet:

💛 Warum Schreiben ein innerer Spaziergang ist, der gut tut
💛 Wie Erinnern und Schreiben deine Stimmung stärken
💛 Warum Schreiben dein Gehirn aktiviert wie ein sanftes Fitnesstraining
💛 Wie Schreiben Ordnung schafft – zeitlich, räumlich, innerlich
💛 Warum deine Worte wertvoll sind, auch wenn sie dir schlicht erscheinen
💛 Wie deine Geschichten zum Schatz werden – für dich und für andere

Dieses Video lädt dich ein, zu verstehen, warum Wohlfühlgeschichten so wohltuend sind – und warum es sich lohnt, ihnen Raum zu geben. Jetzt beginnt die Reise wirklich.


Video-Länge: 17:45 Minuten
Bist du gut motiviert? Super! Weiter geht's.
Warum wir auf das Positive schauen – und dabei doch nichts verdrängen:

Hier sprechen wir nun noch darüber, warum wir uns in diesem Kurs bewusst den hellen Seiten unseres Lebens zuwenden. Du erfährst, weshalb es keine Flucht ist, über Schönes zu schreiben. 

Ich teile mit dir, warum unser Gehirn Negatives viel schneller abspeichert als das Gute, und wie wir durch Schreiben bewusst gegensteuern können. Und du lernst, weshalb ein freundlicher Blick auf das Positive nicht bedeutet, das Schwierige auszublenden – sondern das Ganze deines Lebens aus einer stärkenden Perspektive zu erzählen.

📌 Was dich in diesem Video erwartet:

💛 Warum Schreiben über Schönes ein Akt des Erinnerns – und ein Widerstand gegen das Vergessen – ist
💛 Wie Freude, Wärme und positive Sprache Zugang zu tiefen Erfahrungen schaffen
💛 Warum die „Sprache des Hellen“ auch das Dunkle halten kann
💛 Wie sich dein Lebensnarrativ verändert, wenn du die leuchtenden Fäden mit einwebst
💛 Eine Beispielgeschichte aus meiner Schreibpraxis, die zeigt, wie Schmerz und Schönheit nebeneinander Platz finden

Dieses Video schenkt dir inneren Halt und eine neue Sicht auf das Erinnern:
Nicht wegschauen – sondern freundlich auf dein Ganzes blicken.
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Die Schuhe
von Cornelia Junack

Bestimmt 15 Paar Schuhe stehen in unserem kleinen Flur, der ganze Boden ist voll. Große und kleine, Sneakers und Turnschuhe, Winterstiefel und Chucks. Man kann schon kaum mehr die Tür öffnen und immer noch kommen mehr Freunde vorbei. Es ist der 10. November 2004.

Fast genau in der Mitte von dieser Ansammlung stehen Johannes Adiletten, die blauen mit den weißen Streifen. So, als hätte er sie gerade eben ausgezogen und mitten im Weg stehen lassen. Sie heben sich deutlich hervor zwischen all den Straßenschuhen, die so dicht gedrängt drumherum stehen, als wollten sie sagen, wir sind da. Die Schuhe als Sinnbild der Freundschaft und der Nähe? Dieses Bild hat sich in meine Erinnerungen eingebrannt und tröstet mich heute, 20 Jahre später, immer noch. 

Die Besitzer dieser Schuhe sitzen alle fassungslos und traurig bei uns im Wohnzimmer. Heute Abend sind sie alle gekommen. Wie mutig. Treu der Freundschaft zu Johannes ergeben, haben sie sich getraut, in unser Haus zu kommen. Manche standen ihm ganz nah, andere waren etwas weiter entfernt. Aber heute sind sie geschlossen zu uns gekommen, keiner hat es in Frage gestellt oder gezögert. In all der Fassungslosigkeit bin ich stolz auf mein Kind, dass er solche Freunde hat. 

Sie erzählen Geschichten von ihm. Erlebnisse, die sie mit ihm geteilt haben, von denen weder ich, noch mein Mann oder unser jüngerer Sohn Julian bisher etwas wussten. 

Wenn ihr sie sehen könntet, all die Freunde. Ihre Augen leuchten, wenn sie von Johannes sprechen. Sie fallen sich gegenseitig ins Wort, einem fällt immer noch mehr ein von der Geschichte, jeder will noch einen oben drauf setzen. 

Wir lachen, wir weinen, sie lassen Johannes an diesem Abend nochmal lebendig werden. Sie zeigen uns Facetten von ihm, die wir nicht kannten und von denen wir wohl nie erfahren hätten, wenn er noch leben würde. Sein erster Besuch auf den Cannstatter Wasen, der spuckenderweise in der S-Bahn endete. Sein Milch-Wetttrinken mit Andi, wovon es auch noch Fotos gibt. Die Klassenfahrten, die Mädels. Und noch so vieles mehr. 

Es ist der schlimmste Tag - und doch ist dieser Abend zugleich einer der lustigsten meines Lebens. So skurril, aber es ist wirklich so. Wir lachen, bis uns der Bauch weh tut und die Tränen laufen. Wir weinen, bis wir fast keine Tränen mehr haben. 

Damals war es mir nicht klar, habe ich noch nicht verstanden, wie wertvoll und tiefgreifend dieser Abend für uns sein würde. Wir haben an diesem Abend wohl gemeinsam mit Johannes‘ Freunden den Grundstein für unseren weiteren Weg gelegt. Zur Trauer gehört die Freude und die Freude gehört zur Trauer, das eine ist ohne das andere nicht wirklich möglich. Aber es hat gedauert, bis ich diese Erkenntnis zulassen konnte. 

Einige dieser jungen Menschen sind heute unsere Freunde und wir sind sehr dankbar, welch ein Geschenk uns Johannes hinterlassen hat.

Ich bin überzeugt, dieser erste Abend ohne Johannes, aber mit seinen Freunden hat in uns den Funken Lebenswillen wieder gezündet. 



Cornelia Junack verlor im Jahr 2004 ihren Sohn durch ein Aortenaneurysma. In dieser Geschichte erzählt sie vom Abend des Todestages und seiner besonderen Bedeutung.
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So geht es weiter:

Jetzt, da du weißt, warum Schreiben so gut tut und warum wir uns im Kurs bewusst den hellen Seiten deines Lebens zuwenden, bist du wunderbar vorbereitet für den nächsten Schritt.

Nun lade ich dich ein, deine erste Wohlfühlgeschichte zu schreiben.
Wir beginnen mit einem Thema, das ganz leicht in dir anklingen kann – einem Ort, der dir gut tut.

Mach es dir gemütlich, nimm dir Zeit – und lass uns gemeinsam hineinspazieren in die Welt deiner Erinnerungen.
Ich freue mich auf die erste Geschichte mit dir!