Dermatologie
 
Die oberste Hautschicht (Epidermis) umfasst 6 Schichten: (von außen nach innen) 

  1. Hornschicht: Besteht aus abgestorbenen Hautzellen. Dicke: 0,02 bis 0,05mm 
  2. Glanzschicht: Bietet einen mechanischen Schutz im Sinne eines Stoßdämpfers; ist an belasteten Stellen besonders dick 
  3. Körnerschicht: schützt die Haut vor der Austrocknung, indem sie ein Verdunsten verhindert. 
  4. Stachelzellenschicht: Hierin befinden sich die Zellen, die durch stachelige Ausläufer zu den benachbarten Zellen Kontakt halten. 
  5. Basalzellenschicht: Hautzellen wachsen hier zunächst hochzylindrisch auf der Basalzellmembran. Durch Zellteilung ensteht eine neue Zellschicht und schiebt die vorher entstandene ein Stück nach oben. 
  6. Basalmembran: Trennt die Oberhaut von der Lederhaut und erfüllt wichtige Aufgaben bei der Wundheilung. Diese ist die Schicht in der die Pigmentierung stattfinden sollte. 

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Die Haut, das Organ, das die Körperoberfläche bildet, grenzt den Organismus gegen die Umwelt (und damit auch Bakterien, Viren, Mikroorganismen) ab. Ihre bedeckende und schützende Funktion ist offensichtlich. Die natürliche Schutzbarriere der Haut wird durch den Nadeleinstich durchdrungen. Die Pigmente werden im Idealfall in der Basalmembran eingelagert. Eine Pigmentierung oberhalb der Basalmembran kann dazu führen, dass die Pigmente nicht langfristig eingelagert werden und über den Schuppenschichtwechsel wieder „herausfallen“. Eine zu tiefe Einarbeitung (in der Lederhaut) ist praktisch gesehen ein Tattoo und kann im Gesicht unerwünschte (verschwommene) Effekte haben. In einigen Fällen bilden sich sogar Hämatome (verkapseltes Blut) welche an der Oberfläche bläulich schimmern. 


In welcher Tiefe sich die Basalmembran befindet kann man nicht vorhersagen. Sie verläuft bei jedem Menschen individuell und ist teilweise abhängig vom Zustand oder Alter der Haut. Deshalb gilt - handle immer nach dem Vorsatz: „Lieber zu oberflächlich, als zu tief“. Eine oberflächliche Pigmentierung ist keine Bankrott Erklärung. Man sorgt einfach für einen tieferen Einstich bei der Nacharbeit. Eine zu tiefe Pigmentierung ist jedoch nur schwer zu korrigieren und bleibt oft eine langfristige Angelegenheit mit unzähligen Behandlungen.


Es kann während der Behandlung mit Microblading zu minimalen Blutungen kommen. Dies ist weder ein Qualitätsmerkmal, noch ein schlechtes Zeichen. Es sind bei sowohl stark blutenden Kunden sowie bei schwach bis garnicht blutenden Kunden gute Ergebnisse möglich. Die Stärke der Blutung variiert je nach Zustand/Alter der Haut. Auch eine Krustenbildung ist nicht bei allen Hauttypen zwingend. 

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Eine optimale Haut für Microblading hat folgende Merkmale: 

  • Weder übermäßig fett noch trocken
  • Keine Unreinheiten
  • Keine atrophische Haut
  • Keine erweiterten Gefäße (Couperose) 
  • Nicht müde oder strapaziert wirkend 
  • Empfindet keine Spannungszustände 


Eine Behandlung bei bestimmten Hauttypen kann die Haltbarkeit und Farbbeständigkeit von Microblading signifikant beeinflussen. Durch die erhöhte Talgproduktion dieser Hauttypen werden die Pigmente oft nicht dauerhaft eingelagert. Daher wird von einer Behandlung dieser abgeraten:

Seborrhoe Oleosa = fettige, glänzende Haut
Merkmale:
  • Feuchter Hautzustand mit geringer Verdunstung
  • Hydrolipidmantel und PH-Wert in gutem Zustand
  • Oft bedingt durch Stoffwechselstörungen der Talgdrüsen
  • Gesteigerte Talgabsonderung
  • Sekrete als ölig glänzender Überzug auf der Haut

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    Seborrhoe Sicca = fett-trockener Hautzustand 
    Merkmale:
    • Zähe, trockene, schuppige Hornschicht 
    • Glänzende, spannende Haut 
    • Verminderte Plastizität 

    „Es ist wichtig, dass man den Heilungsprozess nach einer Pigmentierung  versteht.“


    Der Hautschorf ist deshalb sehr wichtig, damit die Abheilung unkompliziert und ohne Probleme von statten gehen kann. In der Regel dauert die Wundheilungsphase zwischen 5 und 8 Tagen. Sollte die Abheilungsphase (Abkrustung) kürzer sein, so ist dies meist ein Zeichen von ungenügender Pigmentiertiefe. Das Endergebnis ist nicht ausreichend und zu wenig sichtbar. Deshalb frage immer bei Deinen Kunden nach, wie lange der Pigmentierschorf vorhanden war und wann er sich gelöst hat.


    Mit der Abkrustung des Pigmentierschorfs beginnt der Verblassungsprozess, der mehrere Jahre dauern kann. Eine Garantie über eine generelle Verblassung kann nicht gegeben werden, da wir die genaue Pigmentiertiefe nicht erkennen können. Jedes zu pigmentierende Hautareal hat eigene Eigenschaften.

    Über die Haltbarkeit des Microbladings kann keine Aussage getroffen werden. Diese ist abhängig von der Hauttiefe in der wir pigmentiert haben. Die Hauttiefe in der wir uns bewegen ist ausschließlich über den individuellen Druck auf das Blade / Handstück variierbar. Wir arbeiten mit fließenden Vortrieb-Bewegungen um die Farbe in die Haut zu pigmentieren. Je öfter wir eine Hautstelle pigmentieren, desto tiefer und satter kommen wir automatisch mit dem Farbeintrag.


    Es kann darum niemals gesagt werden in welcher Hautschicht wir direkt pigmentieren, auch nicht von anderen Anbietern. Wir empfehlen hierbei weder Auskünfte zu geben, noch diese schriftlich in einer Werbeaussage zu bringen, da wir und Du sonst in haftungsrechtliche Probleme kommen könnten.


    Auch die Hautbeschaffenheit ist ausschlaggebend für die Haltbarkeit einer Pigmentierung. Je nach gewählten Farbpigmenten, Hautstoffwechsel und Alter des Kunden ist die Verblassung schneller oder langsamer. Zu schnelleren Verblassungsergebnissen können Sonneneinstrahlung, Sonnenbank, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, erhöhter Stoffwechsel sowie Hormone führen. Wir empfehlen daher nach der Abheilung stets eine Pflege mit UV Filter auf das pigmentierte Areal aufzutragen um die Verblassung zu verlangsamen. Wie zum Beispiel mit unserem UV-Stick mit Lichtschutzfaktor 30.


    Wundheilung beim Microblading