Sertralin
 

Sertralin — das Wichtigste in Kürze · Video 10:30 Min · Folien als PDF

Sertralin ist für viele in der Hausarztmedizin das Antidepressivum der ersten Wahl: gut verträglich, breit zugelassen und auch bei kardiologisch vorerkrankten Menschen meist unproblematisch. In diesem Kapitel zeige ich dir am Fallbeispiel, wie ich es in der Praxis einsetze.

Die Kernpunkte:

  • Wirkprofil: selektiver SSRI mit leichter dopaminerger Komponente — kann mild antriebssteigernd wirken. Halbwertszeit ca. 25 Stunden.
  • Indikationen: zugelassen u.a. bei Depression, Panik-, Zwangs- und sozialer Angststörung sowie PTBS; off-label oft bei weiteren Depressions- und Angstformen.
  • Dosierung: Start meist 50 mg morgens, wöchentliche Steigerung um 50 mg bis max. 200 mg/Tag. Bei großer Sorge vor Nebenwirkungen (und bei PTBS) Start mit 25 mg.
  • Nebenwirkungen: v.a. anfangs Übelkeit, Schlafstörungen und sexuelle Funktionsstörungen — meist dosisabhängig und im Verlauf rückläufig.
  • QTc-Zeit: gilt als gut verträglich, eine Verlängerung ist aber möglich. Bei kardialer Vorerkrankung EKG vor Beginn und im Verlauf.

Merke: Gut verträglicher Allrounder mit leicht aktivierendem Profil — eine sichere erste Wahl, besonders wenn das Herz mitbedacht werden muss.