Aripiprazol — das Wichtigste in Kürze
Aripiprazol ist das Antipsychotikum mit dem freundlichsten Stoffwechselprofil — und einem ganz eigenen Wirkmechanismus. Ich zeige dir, was es vom Rest unterscheidet und worauf du bei der Akathisie achten musst.
Die Kernpunkte:
- Partialagonist statt reiner Blocker: Aripiprazol ist ein Dopamin-Partialagonist ("Dopamin-Stabilisator") — es dämpft bei zu viel Dopamin und stützt bei zu wenig. Daher antipsychotisch wirksam mit eher antriebsneutralem bis -steigerndem Charakter.
- Freundliches Stoffwechselprofil: Wenig Gewichtszunahme, kaum metabolische Belastung, kaum Sedierung und nur geringe QTc-Verlängerung — eine echte Stärke gegenüber Olanzapin oder Quetiapin.
- Akathisie ist die Achillesferse: Die typische Nebenwirkung ist eine quälende innere Unruhe/Bewegungsdrang. Sie wird oft übersehen oder als Angst fehlgedeutet — aktiv danach fragen, ggf. Dosis senken oder gegensteuern.
- Eher aktivierend: Wegen der antriebssteigernden Komponente abends manchmal ungünstig und für sehr getriebene, schlafgestörte Patient:innen nicht ideal — gut dagegen, wenn Antrieb gewünscht ist.
- Auch als Depot verfügbar: Abilify Maintena gibt es 4- und 8-wöchentlich — bei Akathisie unter dem Depot hat der Patient aber eine lange, schwer steuerbare Zeit vor sich.
Merke: Aripiprazol ist der stoffwechselfreundliche Dopamin-Partialagonist — gut verträglich und eher aktivierend, aber immer an die Akathisie denken und gezielt danach fragen.