Becken und Beckenboden
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Das knöcherne Becken


Das knöcherne Becken hat vier Unterrandpunkte, die die Orientierung zur Schwerkraft halten: das Steißbein, die beiden Sitzbeinhöcker und der Schambeinunterrand. Sie alle loten sich Richtung Erdmittelpunkt — nach unten, in die Schwerkraft aus. Ausloten nicht schwer werden. Das Kreuzbein geht den entgegengesetzten Weg: mit der Leichtkraft vom Boden weg, nach oben.

Zug und Gegenzug — auch hier, im Zentrum des Körpers.
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Der Levator ani


Im Inneren dieses knöchernen Beckens liegt eine Muskelschale: der Levator ani, die tiefste Schicht der Beckenbodenmuskulatur. Er ist im kleinen Becken über Sehnen direkt an den Knochen: hinten am Kreuzbein, seitlich an den Beckenschaufeln und vorne am Schambein befestigt— aufgespannt tief im Becken.


Tonisierung — der Idealzustand

Wie soll dieser Muskel sein? Weder das eine noch das andere Extrem tut dem Körper gut.

  1. Ein Extrem ist betonhart, komplett aufgespannt, unbeweglich — das klingt nach Stabilität, ist aber Starre. Der Körper kann sich nicht entfalten, nichts kann fließen.
  2. Das andere Extrem ist schlaff und elastisch, ohne Spannung — dann hängt er im Becken und trägt nicht. Das Fundament fehlt.

Der Idealzustand in der CANTIENICA®-Haltung liegt dazwischen — ich nenne es gerne Tonisierung: eine bewegliche Aufspannung. Lebendig, responsiv, tragend — wie ein Schwungtuch, das federt, ohne nachzugeben.

Auf dem Schwungtuch sind die Organe des Unterleibs sicher getragen und haben mit der Aufspannung genügend Platz. 

Der Levator ani trägt — er ist das Fundament des Körpers im Becken.

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Spürreise


Mit dieser Audio lade ich Dich ein, deinen Beckenboden zu verorten.

Audio
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Die äußere Beckenbodenmuskulatur


Neben dem tiefen levator ani gibt es auch äußere Beckenbodenmuskulatur.

In der CANTIENICA®- Methode nennen wir sie gerne Tore: Sie öffnen sich, wenn das nervliche Signal kommt — ich sitze auf der Toilette, ich darf loslassen — und schließen sich danach wieder. So ist es gedacht. Ihr Grundzustand ist geschlossen.

Diese Muskulatur lassen wir im CANTIENICA®-Training bewusst in Ruhe. Sie soll keine Haltefunktion übernehmen. Das ist die Aufgabe des tiefen Beckenbodens — nicht dieser äußeren Schicht.
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Das Becken als Zentrum der Haltung


Wie das Becken ausgerichtet ist, beeinflusst die gesamte Haltung des Körpers — nach unten durch die Beine bis in die Füße, und nach oben durch den Brustkorb, die Arme, bis zum Kopf.

Und es wirkt auch in die andere Richtung: Wenn der Kopf an seinem gebührenden Platz schwebt und der Brustkorb leicht ist, entlastet das das Becken und den Beckenboden. Alles hängt zusammen.

Das Becken ist das Zentrum — von hier aus richtet sich alles aus.

Es gibt nicht nur Halt — es gibt Sicherheit. Die Ausrichtung nach unten, das Erden in die Schwerkraft, das Tragen von innen: all das schafft ein Gefühl von Sicherheit im Körper, das von Grund auf kommt.
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